"Wenn aber einer die Kräfte und Arten und Namen der Minze
samt und sonders zu nennen vermöchte,
so müsste er gleich auch wissen,
wie viele Fische im Roten Meere wohl schwimmen,
oder wie viele Funken Vulkanus,
der Schmelzgott aus Lemnos,
schickt in die Lüfte empor aus den riesigen Essen des Ätna."

Walahfrid Strabo

Dies schrieb Strabo in seinem "Hortulus" bereits im 9. Jahrhundert über die Minze. Ist sie doch eine der bekanntesten und beliebtesten Heil- und Genusspflanzen. Jeder kennt den Geschmack und frischen Geruch der scharfen Pfefferminze: Tees, Zahncreme, Kaugummi, Dreierlei-Tropfen, Schokoladen... Dabei gibt es rund 30 Minze-Arten – Marokkanische Minze, Polei-Minze, Ananas- oder Apfel-Minze, Braune Minze ... - die wieder mehr und mehr bekannt werden.
Vielleicht ein gutes Zeichen, denn nach einem alten griechischen Sprichwort darf man im Krieg Minze weder aussähen noch ernten, da sie die Leidenschaft der Soldaten aufzehre. Die anregende Minze wurde in der Antike häufig zum Bekränzen von Braut und Bräutigam benutzt. Auch ihre Bezeichnung "Mentha"/ "Minte" verdankt sie der Leidenschaft: Nach eine Legende wurde die gleichnamige griechische Nymphe von Hades begehrt und von dessen Frau Persephone in wilder Eifersucht zerrissen. Als duftendes Kraut verwandelt, erscheint sie in der Oberwelt wieder.

Im Gegensatz dazu wird Pfefferminze in Tees zur Nervenberuhigung und zur Schlafförderung benutzt. Es gilt eben: Die Dosis macht's. So kann sie hyperaktiven Kindern auch helfen, sich zu entspannen, allerdings kann dieser Effekt erst eintreten, wenn auf Softdrinks mit viel Zucker bzw. Koffein verzichtet  wird.
Die  Minze wirkt anregend auf Gallensaftproduktion und Gallenfluss, krampflösend bei Magen-Darm-Beschwerden, antimikrobiell (gegen Strepto- und Staphylokokken) und antiviral (gegen Herpes simplex-, Mumps- oder Influenza-A-Viren) – letzteres allerdings nur bei hohem Wirkstoffgehalt.
Die Chinesen sagen, Pfefferminze beseitigt innere Hitze und Wind-Hitze. Das Einreiben der Schläfen mit ihrem ätherischen Öl hilft bei Kopfschmerzen und Migräne. Auch wenn die Mücken oder die kleinen schwarzen Fliegen zu sehr gestochen haben, vollbringt ein bisschen Minz- oder Japanisches Heilpflanzenöl beinahe Wunder, lindert die Entzündung und den Juckreiz. Die Kühlwirkung  wird im Sommer besonders angenehm erfrischend empfunden. Sprühen oder tropfen Sie ein Gemisch aus Wasser und Minzöl (vor Gebrauch gut schütteln) in den Nacken, in die Schlüsselbein-Region, in die Armbeugen, Kniekehlen oder auf geschwollene Beine und Sie werden Erleichterung erfahren. Ein Hauch Minzduft in der Luft lässt Sie auch bei stickigem Wetter wieder gut durchatmen.

Wie für alle stark riechenden ätherischen Öle gilt: Vorsicht bei Säuglingen und Kleinkindern bzw. Überempfindlichkeit der Lungen. Auch die Wirkung von homöopathischen Mitteln kann stark vermindert werden. Außerdem ist es möglich, dass der Säurerückfluss bei Sodbrennen durch Pfefferminze verstärkt wird.

 

Erfrischungsgetränk

Ein paar Zweige Minze in den Saft von zwei Orangen und einer Zitrone oder aber einfach in Apfelsaft geben. Mindestens zwei Stunden ziehen lassen.
Dann evtl. Zucker oder etwas Stevia hinzufügen und schließlich ca. zwei Liter Sprudelwasser dazu gießen.

 

Schoko-Minz-Blättchen

Eine Tasse Sahne, ein kleines Bündel Minze und zwei Esslöffel Butter langsam erhitzen, aber nicht  kochen lassen. Die Minze entfernen und 250 g Schokolade unter ständigem Rühren darin auflösen.
Frische Blätter mit der flüssigen Schokolade mehrfach bepinseln. Nach dem Trocknen die Blätter abziehen.