"Schütte perlenden Wein,
auf das Waldmeisterlein."

Dies soll der Benediktinermönch Wandalbertus im 9. Jahrhundert geraten haben. Der "Maitrank" oder "Maiwein" beinhaltete außerdem noch die Blätter der schwarzen Johannisbeere und der Gundelrebe. Er wurde zur Stärkung von Herz und Leber ausgeschenkt.

"Galium odoratum" verteilt wie seine zarten Blättchen die Energien und wirkt so entstauend auf die Gallsäfte der Leber, daher auch der Name "Leberkraut". Der "Herzfreund" soll ebenfalls das Herz stärken und erfreuen.

Im Frühjahr sprengt die Natur die "Fesseln" des Winters. So auch die Signatur des zarten und doch so starken Wald-Meisters: Er strahlt mit seinen sternförmigen Blättchen und Blütchen in alle Richtungen der Welt. Dies hat er mit Weinlaub , Kastanien oder Jiagoulum gemeinsam – und wie sie wirkt er durchblutungsfördend und Kräfte gleichmäßig verteilend, krampflösend und dadurch letztlich auch stärkend auf die Venen. Ebenso der Blutstau im Kopf – bei der Migräne - kann sich leichter auflösen.
Wir schreiben dies heute dem Wirkstoff Cumarin zu, der beim Trocknen vom Cumaringlykosid abgespalten wird und dem Pflänzchen erst sein duftendes Aroma schenkt. Gefährlich ist das nicht – wie in den 50 bis 80er Jahren behauptet wurde - , wenn man nicht überdosiert. Doch wer trinkt schon viele Tassen Waldmeistertee.

Ein oder mehrere Zweiglein angedörrter, noch nicht blühender Waldmeister, etwas Säure – also Weißwein oder Zitrone mit Apfelsaft – und Mineralwasser oder gar Sekt und Sie entspannen, ob nun mit oder ohne Alkohol. Wenn Sie die Bitterstoffe nicht mögen, sollten Sie dafür sorgen, dass die Schnittstelle am Stiel nicht in das Getränk gelangt und das Kraut nur ein Viertelstündchen ausgezogen wird.

Im Internet finden sich auch Rezepte für Gelees mit diesem kleinen zarten Meister.

 

"Heinrich, der Wagen bricht."
"Nein Herr, der Wagen nicht,
es ist ein Band von meinem Herzen,
das da lag in großen Schmerzen..."