"Alles Äußere in der Natur zeigt ein Inneres an.
Denn die Natur ist ebenso inwendig wie auswendig...
Wie in einer Apotheke die Kräuter eingesammelt liegen
und dort abgeholt werden können...,
so gibt es auch in der Welt eine natürliche Ordnung der Apotheken,
indem alle Wiesen und Matten gleichsam Apotheken sind..."

Paracelsus

Seit Urzeiten benutzen Menschen Pflanzen zur Heilung. Ja, sogar Tiere fressen instinktiv bei Krankheiten bestimmte Pflanzen.
Pflanzen machen das Leben der Menschen auf der Erde erst möglich. Sie schenken uns aber viel mehr als nur Sauerstoff und Nahrung.

Von der modernen Medizin wird die Pflanzenheilkunde als oft überholt eingeschätzt, obwohl die meisten schulmedizinischen Medikamente aus Pflanzen isoliert werden bzw. ein Teil ihrer Wirkstoffe synthetisch nachgebaut wird. Man betont, dass nicht alle Heilpflanzen unbedenklich sind – was kein Phytotherapeut bestreiten würde – und dass die Bestandteile echter Pflanzen nicht genormt werden können. Dabei wird häufig vergessen, dass Menschen auch nicht genormt sind und an jungen gesunden Männern getestete Mittel bei Alten, Kindern, Frauen, Geschwächten oder auch nur zierlicheren oder robusteren Naturen nicht genauso wirken müssen. In der schulmedizinisch ausgerichteten Pharmazie werden Wirkstoffe isoliert. Die Kräuterheilkunde benutzt die ganze Pflanze bzw. die ganze Wurzel oder das ganze Blatt oder die ganze Blüte, denn sie geht davon aus, dass durch die Mischung der Pflanzenbestandteile - auch derer, deren Wirksamkeit noch nicht nachgewiesen wurde – Synergien entstehen, die die Kraft des Mittels erhöhen und Nebenwirkungen reduzieren. So kann Aspirin empfindliche Magenwände angreifen, Mädesüß oder Weidenrinde, die auch Salicylsäure enthalten, schützen den Magen durch Tannin und andere Stoffe.

Aus den vorordneten Kräutern können Sie sich in den Apotheken vor Ort Tees mischen lassen. Ggf. können Sie auch Ihre eigenen Gartenkräuter nutzen oder bei genügend Kenntnis die Pflanzen selbst sammeln.
Natürlich gibt es auch viele pflanzliche Heilmittel als Fertigpräparate in Form von Tabletten, Tropfen oder Salben.

 

"Die Kraft, das Weh im Leib zu stillen,
verlieh der Schöpfer den Kamillen.
Sie blühn und warten unverzagt
auf jemand, den das Bauchweh plagt.
Der Mensch jedoch in seiner Pein
glaubt nicht an das, was allgemein
zu haben ist. Er schreit nach Pillen.
Verschont mich, sagt er, mit Kamillen,
um Gottes willen."

Karl Heinrich Waggerl

 

Bild: Andre Engels; https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cabbage_butterfly.jpg